Samstag, 23. Januar 2016

Gutes Gelingen - Gelingen des Guten

Wollen wir nicht alle das Gute? Haben, erleben und/oder tun?
Man sagte mir jüngst, gute Nachrichten wären solche, die einen Anstoß geben, mehr Liebe und Güte in die Welt zu bringen. Sicher! Doch wenn das so einfach wäre!
Was das Gute ist, darüber rauchen schon vielen Jahrhunderten die Philosophen-Köpfe in aller Welt.

Sehr schön hat es Wilhelm Busch auf den Punkt gebracht:
"Das Gute, dieser Satz steht fest, ist stets das Böse, das man lässt." Klingt hübsch - oder? Aber: April, April! Jetzt haben wir das Gegenteil, und das kennen wir ebenso wenig.

Ich will ein paar Erzählungen auflisten, die uns die Schwierigkeiten dieses Themas aufzeigen.
Beginnen wir mit der Bibel.
Jemand kommt zu Jesus-Christus und spricht ihn an "Guter Meister!" Er bekommt zur Antwort: "Was nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott!"

Oder die bekannte kleine Weisheits-Geschichte:
Ein alter Mann lebte zusammen mit seinem einzigen Sohn auf einer kleinen Farm. Sie besaßen nur ein Pferd, mit dem sie die Felder bestellen konnten und kamen gerade so über die Runden.
Eines Tages lief das Pferd davon. Die Leute im Dorf kamen zu dem alten Mann und riefen "Oh, was für ein schreckliches Unglück!" Der alte Mann erwiderte aber mit ruhiger Stimme: "Wer weiß…, wer weiß schon, wozu es gut ist?"
Eine Woche später kam das Pferd zurück und führte eine ganze Herde wunderschöner Wildpferde mit auf die Koppel. Wieder kamen die Leute aus dem Dorf: "Was für ein unglaubliches Glück!" Doch der alte Mann sagte wieder: "Wer weiß…, wer weiß schon, wozu es gut ist?"
In der nächsten Woche machte sich der Sohn daran, eines der wilden Pferde einzureiten. Er wurde aber abgeworfen und brach sich ein Bein. Nun musste der alte Mann die Feldarbeit allein bewältigen. Und die Leute aus dem Dorf sagten zu ihm: "Was für ein schlimmes Unglück!" Die Antwort des alten Mannes war wieder: "Wer weiß…, wer weiß schon, wozu es gut ist?"
In den nächsten Tagen brach ein Krieg mit dem Nachbarland aus. Die Soldaten der Armee kamen in das Dorf, um alle kriegsfähigen Männer einzuziehen. Alle jungen Männer des Dorfes mussten an die Front und viele von ihnen starben. Der Sohn des alten Mannes aber konnte mit seinem gebrochenen Bein zu Hause bleiben.
"Wer weiß…, wer weiß, wozu es gut ist?"
Eine Geschichte, gewiss. Aber haben wir nicht alle schon erlebt, dass etwas, was wir zu einer Zeit als das Gute bezeichnet haben, später anders beurteilt werden musste. Außer man ist der Meinung, dass alles sein Gutes hat. Aber dann muss man gar nicht drüber reden, und es auch wirklich für alles gelten lassen. Dann würde es auch immer - oder nie - gelingen.
Alles Theorie!

Spannend wird es dann, wenn jemand das (nachhaltig) Gute tun möchte, es zur Tat-Sache werden lassen möchte. Wenn man da nicht gleich der Meinung ist, man wisse es "ganz klar!", dann spürt man etwas von dem großen Unbekannten, das diesen Begriff umschwebt.
Und vielleicht fängt das Gute an zu gelingen mit der bescheidenen Einsicht, das wir es nicht wissen, aber dennoch wollen, anstreben können. Paradox!
Aber es muss ja "da" sein, sonst hätte es wohl kaum in aller Welt einen so großen und beliebten Namen - oder?

Was wohl meine Leser dazu sagen?




5 Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. ...das Gute ist oft das Böse, das man lässt, ein einprägsamer Satz von Wilhelm Busch. Und, das Gute ist vielleicht auch das, wozu wir uns manchmal überwinden müssen es zu tun, weil es uns aus unserer Komfortzone herausführt. Der Lohn kommt, vielleicht, auf Umwegen. Mir fällt dazu noch die ambivalente Deutung von "Gutmenschen" ein. Komisch, dass das so einen unguten Beigeschmack bekommen hat...

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  3. Ja, da gibt es durchaus Zustimmendes.
    Manche Weisen sagen, zum Guten müsse man sich immer bewusst durchringen, das Böse käme von selbst. Das gilt auch für den "Geist (oder Dämon) der Bequemlichkeit, der uns in der Komfortzone halten will.
    Und der ungute Beigeschmack bei den "Gutmenschen" ist wohl auch berechtigt. Diese Bezeichnung ist als eine „Witzelei“ der „89-Generation“-Feuilletonisten und Autoren entstanden.
    Das Gute muss etwas viel Größeres, über all das Erhabenes sein. Immerhin ist es wortverwandt mit "Gott", im Schwedischen noch mehr als im Deutschen.
    Danke fürs Miträtseln an etwas ganz Wesentlichem, das auf diese Weise irgendwie lebendig bleibt.

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  4. Wie heißt es in Faust von Goethe.
    Ich bin die Kraft, die das Böse will und stets das Gute schafft.

    Das Gute ist das rechte zur richtigen Zeit.

    Das ursprüngliche Gute kann auch in sein Gegenteil umschlagen, wenn es zur falschen Zeit passiert.

    Gut gemeint ist knapp daneben...

    Gut, Güte.
    Sie gehören zusammen, haben den gleichen Wortstamm.

    Aber mit dem Wort Güte kann man sich dem Guten leichter nähern.
    Von einer Güte spricht man, wenn etwas Qualität inne hat, wenn etwas das hält was es verspricht, erfolgreich angewendet werden kann. Etwas warm, wahrhaftig ist.

    Mein Schluss wäre es hat etwas mit Wahrheit zu tun.
    Ohne Wertung - und doch GUT.

    Oder nehmen wir die Güte als menschliche Eigenschaft.
    Ein wohlwollendes, geduldiges Anblicken des Gegenüber. Ein Umfeld in dem man lernen und somit auch Fehler machen, sich entwickeln kann.
    (Die Fehler können so gesehen auch gut sein, auch wenn es manchmal schwer anzunehmen ist).

    PS:
    Über den oben genannten Satz denke ich auch immer wieder nach.
    Es muss ein Geheimnis dahinter stecken. Vielleicht kann man das erkennen, wenn man das Originalwort im alten Griechisch sehen kann.
    Was steckt da noch im Wort "gut"?
    Wie ist das Wort in einer noch älteren Urfassung Bibel?
    Vielleicht kann man das dann richtig verstehen?

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  5. Wie heißt es in Faust von Goethe.
    Ich bin die Kraft, die das Böse will und stets das Gute schafft.

    Das Gute ist das rechte zur richtigen Zeit.

    Das ursprüngliche Gute kann auch in sein Gegenteil umschlagen, wenn es zur falschen Zeit passiert.

    Gut gemeint ist knapp daneben...

    Gut, Güte.
    Sie gehören zusammen, haben den gleichen Wortstamm.

    Aber mit dem Wort Güte kann man sich dem Guten leichter nähern.
    Von einer Güte spricht man, wenn etwas Qualität inne hat, wenn etwas das hält was es verspricht, erfolgreich angewendet werden kann. Etwas warm, wahrhaftig ist.

    Mein Schluss wäre es hat etwas mit Wahrheit zu tun.
    Ohne Wertung - und doch GUT.

    Oder nehmen wir die Güte als menschliche Eigenschaft.
    Ein wohlwollendes, geduldiges Anblicken des Gegenüber. Ein Umfeld in dem man lernen und somit auch Fehler machen, sich entwickeln kann.
    (Die Fehler können so gesehen auch gut sein, auch wenn es manchmal schwer anzunehmen ist).

    PS:
    Über den oben genannten Satz denke ich auch immer wieder nach.
    Es muss ein Geheimnis dahinter stecken. Vielleicht kann man das erkennen, wenn man das Originalwort im alten Griechisch sehen kann.
    Was steckt da noch im Wort "gut"?
    Wie ist das Wort in einer noch älteren Urfassung Bibel?
    Vielleicht kann man das dann richtig verstehen?

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